ängste meines lebens

Montag, 9. Oktober 2006

endlich 30...

... aber immer noch die selben hoffnungen, wünsche und ängste wie mit 16. dachte ja immer, wenn ich mal groß bin hört das auf, aber stattdessen wird das nur noch schlimmer... mich auch schon gefragt, ob ich vielleicht geistig zurückgeblieben bin, es dann aber doch lieber schnell als vorteil gewertet, mich immer noch wie ein teenie zu fühlen (und zu verhalten).

Mittwoch, 7. Juni 2006

ängste meines lebens, teil 3



heute mal eine angst, an der ich auch heute noch leide, wenn auch nicht mehr so stark wie als kind. damals hatte ich nämlich eine unvorstellbare angst vor hohen gebäuden. diese ist jedoch nicht zu verwechseln mit höhenangst.

denn während ich problemlos mit meinem vater einen gewonnen hubschrauberrundflug über unsere heimatstadt antreten konnte, lag ich dagegen schreiend auf dem rücksitz des elterlichen autos, wenn auf reisen am horizont die silhouette eines fernsehturmes oder eines berges zu erkennen war. an einen urlaub in den alpen war mit mir also gar nicht zu denken, stattdessen ging es also an die flache nordseeküste (ostsee war nämlich auch schon kritisch, da man auf dem weg dorthin über die a7 gefährlich nahe an der hamburger koehlbrandbruecke vorbei musste). weitere tortur: kindergartenausflug zum wilhelmsdenkmal (absoluter horror: ein hohes denkmal + fernsehturm auf dem berg gegenüber)

so richtig problematisch wurde sie situation dann durch den bau des kernkraftwerk grohnde wenige kilometer von unserem wohnort entfernt. nein, ich fürchtete mich nicht vor den folgen der radioaktivität - die riesigen kühltürme, aus denen dicker weißer rauch quoll, jagten mir panische angst ein.
erst jetzt fällt mir auf, dass auch an dieser angst meine arme oma wieder beteiligt war: wie der zufall es so wollte, wohnt(e) sie nämlich im nachbarort des atomkraftwerks - was bedeutete, dass ich auf fahrten zu ihr (mal wieder) schreiend und weinend im auto saß.

irgendwann wurde es selbst meinen leiderprobten eltern zu bunt: in einem großen bogen umfuhren sie mit mir das atomkraftwerk mit seinen furchterregenden kühltürmen, nur um von hinten den am anderen ufer der weser, dem kraftwerk gegenüberliegenden bückeberg zu erklimmen. nichts böses ahnend überquerten wir mit dem auto den kamm des berges - und plötzlich ragten direkt vor mir besagte türme in die höhe. eiskalt nutzten meine eltern den überraschungsmoment, zerrten ihr plärrendes, tränenübertrömtes kind aus dem wagen und zwangen mich, der angst entgegenzublicken. wäre ein wandersmann des weges gekommen, er hätte sicherlich die polizei zwecks einer kindesentführung oder -misshandlung gerufen.

allerdings muss man meinen lieben eltern zugute halten, dass diese art der schocktherapie recht erfolgreich war, auch wenn ich selbst heute noch ein ungutes gefühl habe, wenn ich einem hohen bauwerk gegenüber stehe (albtraum berlin alexanderplatz oder rheinbrücke zwischen düsseldorf und neuss)

Mittwoch, 24. Mai 2006

exmatrikuliert

seit gestern habe ich nun also ein abgeschlossenes studium - ein gedanke, an den ich mich erstmal gewöhnen muss: zu sehr hat sich die angst vor prüfungen, der stress bei fehlenden scheinen und der mangelnde durchblick in einigen lehrveranstaltungen in mich hineingefressen. zudem noch die tatsache, dass ich mich mit der institution universität niemals angefreundet und mich dort stets unwohl gefühlt habe.

doch das alles hat nach einigen umwegen nun endlich ein ende gefunden und die aktion, das langweilige lehramtstudium abzubrechen, um mich stattdessen mit informatik- und mathevorlesungen rumzuschlagen (zwei bereiche, ich denen ich schon zu schulzeiten nicht gerade eine leuchte war), ist am ende noch einigermaßen glimpflich ausgegangen.

jetzt fehlt nur noch ein job...

Donnerstag, 4. Mai 2006

ängste meines lebens, teil 2

roboter

wie schon bei meiner ersten angst, kommt auch in dieser folge meine oma ursel wieder ganz schlecht weg - dieses mal sogar in opas begleitung.

es muss wohl immer noch die zeit des großen star-wars-hype gewesen sein, denn aus irgendeinem grund waren zu diesem zeitpunkt spielzeugroboter sehr beliebt. und für eben solchen hatten sich oma und opa als jeweiliges weihnachtsgeschenk für ihre enkel ausgesucht. mein gleichaltriger cousin m. bekam sein geschenk traditionell am heiligen abend und gab den roboter den rest des abends auch nicht mehr aus der hand. ich dagegen musste bis zum ersten weihnachtsfeiertag auf mein geschenk warten.

als sich die familie also am 1. feiertag in unserem wohnzimmer zum weihnachtskaffee versammelt hatte, überreichten mir oma und opa siegessicher ihr geschenk - schließlich hatten sie ja bei ihrem anderen enkel bereits in schwarze getroffen. freudestrahlend riss ich das verpackungspapier vom karton - und brach beim anblick meines geschenks in tränen aus! in diesem moment muss mich mein opa für ein besonders undankbares kind gehalten haben: "so ein verwöhnter junge! dein cousin hat sich darüber gefreut! schau mal, was das ding alles kann!!"

mit diesen worten schlug er mit der hand auf den roten knopf auf dem kopf des roboters - worauf dessen rote augen bedrohlich zu blinken begannen, das monstrum sich auf mich zu bewegte und seine blechernde stimme zu mir erhob: "hallo! hallo! ich bin robbie!" - voller blankem entsetzen sprang ich auf und rannte schreiend aus dem zimmer!

oma und opa taten es mir im übrigen nach, und zum zweiten mal innerhalb eines jahres herrschte funkstille und zwietracht in der familie und ich rutschte in der hitliste der beliebtesten enkelkinder auf einen der unteren ränge...

Donnerstag, 13. April 2006

ängste meines lebens, teil 1

Trockenhaube

start einer neuen serie: die ängste meines lebens. schon von klein auf war ich ein wandelndes bündel aller möglichen ängste. bei einem besuch bei meiner oma heute nachmittag labte sich die gesamte familie zum beispiel an folgendem ereignis, welches vor etwa 27 jahren stattfand:

aus irgendeinem grund hatte ich eine panische angst vor trockenhauben! ich vermute, es lag an ihrer ähnlichkeit zu darth vader, der damals auf allen kanälen zu sehen war, und mir selbstverständlich ebenfalls angst einjagte. zudem war meine mutter eine gelernte friseuse und pflegte meiner oma bei uns in der küche die haare zu machen. eines nachmittags erwachte ich aus meinem mittagsschläfchen, wankte schlaftrunkend in die küche - wo gerade meine oma unter einer trockenhaube saß! bei diesem anblick begann ich wie am spieß zu schreien und rannte weinend zurück in mein kinderzimmer.

meine nichtsahnende oma allerdings glaubte, sie selbst wäre der auslöser meines blanken entsetzens gewesen, riss sich wutschnaubend die trockenhaube samt der mühsam von meiner mutter in ihr haar gedrehten lockenwickler vom kopf, stürmte aus der wohnung und stellte den kontakt zu unserer kleinen familie für ein halbes jahr ein.

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